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Jugendschule Strausberg: Jugendliche gründen Schülergenossenschaft

Löwenzahn-Gelee, Johannisbeermarmelade, Seifen, Apfelsaft, Honig vom eigenen Bienenvolk. Alles selbst geerntet und produziert von den Schüler*innen der Jugendschule Strausberg. Die Jugendschule Strausberg ist eine Außenstelle vom Montessori Campus Berlin Köpenick. Die Produkte werden auf Märkten und im eigens dafür ausgebauten Verkaufswagen auf dem Gelände verkauft. Bisher waren die Jugendlichen und der Verkauf der Produkte über eine Schülerfirma organisiert.

Von der Schülerfirma zur Schülergenossenschaft

In einer Schülerfirma haben nicht alle Mitglieder das gleiche Mitbestimmungsrecht. Darüber hinaus steht die pädagogische Arbeit eher im Vordergrund als die Förderung der wirtschaftlichen Fähigkeiten. In einer Schülergenossenschaft dagegen sind alle Jugendlichen mit derselben Verantwortung beteiligt, jede*r kann sich einbringen und der wirtschaftliche Aspekt spielt eine größere Rolle. Um eine Schülergenossenschaft zu gründen, braucht es eine Partnergenossenschaft. Marzahner Tor eG ist eine Wohnungsgenossenschaft, die sich als Kooperationspartner angeboten hat. Sie schafft nicht nur Wohnraum, sondern fördert auch den genossenschaftlichen Gedanken.

Eine Lernreise in Zusammenarbeit

Am 09. Oktober 2023 gründete die Jugendschule Strausberg gemeinsam mit der Marzahner Tor eG die Schülergenossenschaft Erdkinderclan eG. Dieses Projekt ermöglicht den Schüler*innen zu Erleben wie eine Genossenschaft funktioniert. Die Jugendlichen übernehmen aktiv Verantwortung als Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder und gestalten das genossenschaftliche Leben.

Marzahner Tor unterstützt das Projekt ganz aktiv. In zwei Treffen haben sie gemeinsam und unter der führenden Begleitung des Berliner Genossenschaftsforums in Workshops die Satzung ausgearbeitet, die Gründungsdokumente erstellt und sich mit der Buchführung beschäftigt.

Die Zusammenarbeit ist ein Gewinn auf beiden Seiten. Die Jugendlichen werden unterstützt, beraten und begleitet. Marzahner Tor eG bietet regelmäßig Praktikumsplätze an und ermöglicht Einblicke in die eignen genossenschaftlichen Sitzungen, Veranstaltungen und Herausforderungen. Die genossenschaftlicher Werte werden gefördert, Verantwortungsbewusstsein, Selbstständigkeit und Gemeinschaftssinn vermittelt.

Schüler*innen sind aktiv beteiligt

Für die Gründungsversammlung haben sich sowohl die Jugendlichen als auch die Lehrer*innen in der Bibliothek in Köpenick getroffen. Neben der Satzung ging es auch um die Wahl der Vorstände. Dafür wurden verschieden Bereiche aufgezählt. Die Jugendlichen konnten sich als Vorstand aufstellen lassen. Wollten sie Vorstand werden, haben sie sich kurz vorgestellt. Danach wurde abgestimmt, ob dieser Jugendliche diesen Bereich übernehmen sollte oder nicht. „Wir haben die farbigen Wahlkarten erklärt: Rot, gelb und grün – grün heißt Zustimmung, gelb heißt Enthaltung und rot Ablehnung. Wenn sich jemand für rot entscheidet und die Entscheidung ablehnt, musste diese Person begründen warum sie das ablehnt.“, sagt Anni, Schülerin und Organisatorin der Versammlung.  

Als alle Vorstände gewählt wurden, wurde die Satzung vorgelesen und von allen Jugendlichen und Lehrer*innen unterschrieben.