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Interviewreihe „Meine Schulzeit“: Maxi

Maxi hat den Montessori Campus Berlin Köpenick von 2007 bis 2012 besucht – von der siebten bis zur zehnten Klasse. Nach ihrem Mittleren Schulabschluss hat sie eine Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin gemacht und daraufhin ein Studium in Heil- und Inklusions-Pädagogik absolviert. Aktuell arbeitet sie an einer Grundschule in Hellersdorf als Pädagogische Unterrichtshilfe mit Kindern, die eine geistige Entwicklungsstörung haben. 

Wie hat sie ihre Schulzeit am Montessori Campus Berlin Köpenick erlebt? Welche Rolle hatte Projektarbeit für das eigene Engagement und das Selbstbewusstsein? Darüber haben wir mit Maxi gesprochen.  

Woran erinnerst du dich, wenn du an deine Schulzeit am Montessori Campus Berlin Köpenick zurückdenkst?

Maxi: „Die Montessori-Materialien habe ich in guter Erinnerung. Die waren beim Lernen sehr hilfreich und es hat uns dazu gebracht, besser um die Ecke zu denken. Das Besondere war aber, dass der Schultag immer anders war und ich darauf selbst Einfluss nehmen konnte. Ich hatte die Zeit und die Möglichkeit, mich intensiver mit schwierigen Themen auseinanderzusetzen, konnte mich aber auch den Themen widmen, die mich wirklich interessieren. An der staatlichen Schule hat oft die Zeit gefehlt, sich intensiver mit dem Lernstoff zu beschäftigen. Wenn ein Thema abgehakt ist, folgt direkt das nächste – unabhängig davon, ob es wirklich jeder verstanden hat. “ 

Was waren das für Themen und Projekte, mit denen du dich in deiner Schulzeit intensiver beschäftigt hast?

„Eines meiner Lieblingsfächer war Biologie. In der zehnten Klasse habe ich mir für meine Große Praktische Arbeit (GPA) dann auch ein Thema ausgesucht, das mich interessiert und mit Biologie zu tun hat. Es ging in der Arbeit um menschliche Haut. Ich wollte wissen, was passiert, wenn es zu einer Verbrennung der Haut kommt. Welche Verbrennungsgrade gibt es? Wie kann und muss ich Verbrennungen behandeln? Da ich ehrenamtlich beim Deutschen Roten Kreuz tätig war, konnte ich das Wissen auch direkt in das Ehrenamt einfließen lassen.“

Wie hast du die Projekt-Arbeit am Montessori Campus Berlin Köpenick wahrgenommen?

„Uns wurden in den Projekten viel Freiheiten und damit auch die Möglichkeit des selbstständigen Arbeitens gelassen – und uns wurde zugehört. Ich war an der staatlichen Schule und am Montessori Campus Berlin Köpenick in einer Theater AG. Für mich war das anfangs eine Überwindung, auf der Bühne zu stehen. An der staatlichen Schule war das alles etwas strikter und ich fühlte mich in den Rollen nicht immer so wohl. Ich wurde manchmal eher in Rollen hineingedrängt. Am Montessori Campus Berlin Köpenick konnte ich immer meine Meinung sagen und ich konnte selbst mitentscheiden, was mir gefällt und womit ich mich wohl fühle. So konnte ich immer direkt sagen, ob ich lieber auf der Bühne stehen oder hinter den Kulissen arbeiten möchte.“

Wie war die Zusammenarbeit zwischen Schüler:innen und Lehrer*innen an der Schule?

„Man hat oft mit anderen Schüler*innen in Gruppen zusammengearbeitet, sodass wir immer im guten Austausch miteinander waren und wir uns auch klassenübergreifend kennenlernen konnten. Ich wurde durch andere Schüler*innen unterstützt und konnte mich selbst gut einbringen. Das hat meine Teamfähigkeit sehr geprägt. Mit den Lehrer*innen hatten wir allein schon durch das Duzen ein anderes Verhältnis. Das war sehr vertrauensvoll und gemeinschaftlich. Wenn ich Hilfe oder einen kleinen Anstoß brauchte, habe ich immer Unterstützung bekommen.“

Welche Werte aus deiner Schulzeit haben dich geprägt?

„Jeden Menschen so zu akzeptieren wie er ist. Es war am Campus egal, ob ein*e Mitschüler*in Downsyndrom oder eine andere geistige Einschränkung hatte. Wir wurden alle gleich behandelt und haben zusammengehalten. Darum arbeite ich auch gern für eine inklusive Gesellschaft.“


Auch Milena war am Montessori Campus Berlin Köpenick und spricht im Interview über ihre Schulzeit