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Architekturprojekt an der Montessori Oberstufe: Modell vom Bauhaus Dessau

Individuelle Erfahrungen und Selbstständigkeit: Darauf liegt der besondere Fokus der Montessori Oberstufe Berlin. In einem Architektur-Projekt haben die Jugendlichen der 11. Klasse ein eigenes Produkt entwickeln. Nach einem theoretischen Input durch die verschiedenen Architekturrichtungen, konnten die Jugendlichen frei entscheiden, womit sie sich beschäftigen und was sie erstellen.

Karo hat sich mit der Bauhaus-Architektur beschäftigt und ein Modell des Bauhaus Dessau gebaut. Im Interview spricht sie über Gotik, Barock und Bauhaus sowie den Herausforderungen bei der Wahl der richtigen Materialien beim Bau des Modells.

Hallo Karo. In einem Projekt der Montessori Oberstufe Berlin hast du ein Modell des Bauhaus Dessau gebaut. Wie kam es dazu?

Karo: „Wir haben uns mit den verschiedenen Architekturrichtungen beschäftigt. Unser Kunstlehrer hat uns durch die Architekturgeschichte geführt und einen Überblick gegeben. Darauf aufbauend sollten wir dann ein eigenes Projekt entwickeln. Es gab keine konkreten Vorgaben – es sollte nur etwas mit Architektur zu tun haben. Ich habe mich dann für die Bauhaus-Architektur und für ein Modellbau entschieden. Wir haben alles von Anfang bis Ende selbst erarbeitet, strukturiert und entwickelt. Das fand ich gut. So habe ich mich viel intensiver mit Architektur und Modellbau beschäftigt als hätte es mir nur jemand erklärt.“

Welche Aspekte am Bauhaus haben dich interessiert?

„Vor allem die klaren Strukturen, die Formen und die vielen Fenster. Das fand ich spannend. Auch Gotik und Barock sind interessant. Besonders diese künstlerische Arbeit mit Schnörkeln hat mich beeindruckt. Da wurde so fein und detailliert gearbeitet.“

Ich kann mir vorstellen, dass so ein Modell auch ohne Schnörkel relativ viel Arbeit macht. Was waren die größten Herausforderungen bei der Arbeit am Modell?

„Zuerst wollte ich für das Modell Kartonpappe nutzen. Unser Kunstlehrer hat mir dann aber feste Pappe empfohlen. Die ist fast schon holzartig, dementsprechend stabiler und sieht besser aus. Zum Bearbeiten war sie aber nicht unbedingt einfach. Das Cuttermesser ist beim Schneiden immer wieder abgerutscht. Ich musste erst einmal experimentieren, wie ich es schaffe, möglichst exakt zu schneiden. Die Schnitte wurden immer wieder schräg. Beim Zusammensetzen der Teile sollte aber Kante an Kante liegen, damit alles sauber aussieht. Ich wollte nicht, dass da große Lücken sind. Also musste ich die einzelnen Teile immer wieder Nachschleifen, damit die Kanten gerade sind und aneinander passen.“

Die Fenster deines Modells sind aus Folie, die spiegeln und trotzdem durchsichtig sind. Man könnte fast denken, es wäre echtes Fensterglas. Wie hast du das geschafft? 

„Bis ich den Effekt erreicht hatte, habe ich mehrere Möglichkeiten ausprobiert: Ganz normale durchsichtige Folie war zu schlabberig. Das sah so gar nicht aus wie ein Fenster. Wir sind dann auf Laminierfolie gekommen. So richtig optimal war das allerdings nicht. Auch die war noch zu locker. Als wir die Laminierfolie dann laminiert haben, wurde sie fester. Das war dann perfekt. Die Folie war durchsichtig und hat trotzdem gespiegelt. Außerdem war sie fest genug, um wie Fensterglas zu wirken.“

Hast du dich bereits vorher mit Architektur und Kunst auseinandergesetzt?

„Das war für mich ganz neu. Ich hatte vorher auch noch kein Modell gebaut. Ich kann mir aber vorstellen, in Zukunft nochmal ein Modell zu bauen. Vielleicht nicht unbedingt aus Pappe – aber aus Ton. Das würde mir Spaß machen. Durch das Projekt habe ich einen guten Einblick in das handwerkliche Bauen bekommen. Ich kann mir auch vorstellen, mal an einer Skulptur zu arbeiten.“