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Hunderte Schüler*innen demonstrieren für eine Fußgängerampel

 „Wir sind hier. Wie sind laut. Bis ihr eine Ampel baut.“, rufen die Schüler*innen des Montessori Campus Berlin Köpenick und der Wendenschloß-Grundschule. Sie haben sich – wie schon im letzten Jahr – aufgemacht, um für eine Fußgängerampel an der Tram-Haltestelle Dregerhoffstraße zu demonstrieren. Viele der Kinder kommen mit der Tram. Auf dem Weg zur Schule müssen sie die vielbefahrene Wendenschloßstraße überqueren.

Ihre Botschaft haben sie auf Bannern und Schildern formuliert. Sie tragen ein selbst bemaltes Stoff-Banner mit dem Aufruf „Sicherer Schulweg – Wir wollen eine Ampel“, halten aus Papier gebastelte Ampeln in die Luft und Schilder mit den Worten: „Es könnte auch dein Kind sein.“. Der Verkehr rund um die Tram-Haltestelle Dregerhoffstraße ist für die Demo von der Polizei abgesperrt. Die Schüler*innen nutzen die Zeit, um lautstark ihren Wunsch zu äußern. Auch eine ältere Frau mit Rollator schließt sich den Schüler*innen an: „Ich finde das gut. Ich laufe mit euch mit.“ Denn nicht nur für die Jüngeren, auch für die Älteren ist die Überquerung der Wendenschloßstraße eine Herausforderung.

Das Netzwerk „Schulwegsicherheit Köpenick Süd“ hat zu der Demo aufgerufen. Dem Aufruf sind nicht nur Schüler*innen der beiden Schulen gefolgt, auch Anwohner*innen haben sich an der Haltestelle versammelt. Ein Anwohner, dessen Sohn auf den Montessori Campus Berlin Köpenick zur Schule geht, ärgert die Situation schon länger und sagt: „Ich bin froh, dass etwas passiert und darauf aufmerksam gemacht wird“. Ein anderer nennt die Wendenschloßstraße eine „Rennstrecke“. „Besonders im Berufsverkehr ist die Straße schwer zu überqueren“, berichtet er. Auch politische Vertreter zeigen Präsenz und informieren sich vor Ort. Neben dem verkehrspolitischen Sprecher der Berliner SPD-Fraktion, Tino Schopf, dem SPD-Abgeordneten Tom Schreiber aus dem Wahlkreis und dem Vorsitzenden des Schulausschusses sowie Mitglied des Netzwerks „Schulwegsicherheit Köpenick Süd“, Steffen Sambill, ist auch der Bezirksbürgermeister des Bezirks Treptow-Köpenick, Oliver Igel, der Einladung gefolgt.

Gemeinsam wollen sie nach Lösungen suchen, um den Schüler*innen einen sicheren Schulweg zu ermöglichen. Der Anwohner, der die Wendenschloßallee mit einer Rennstrecke vergleicht, sieht in der Straße eine große Gefahrenquelle. „Ohne Ampel ist das einfach riskant. Da kann jeden Moment etwas passieren.“, sagt er und möchte demnächst eine Petition starten. Der verkehrspolitische Sprecher der Berliner SPD-Fraktion, Tino Schopf, hat ihn zur Petition ermutigt – damit sich auch das Abgeordnetenhaus damit befasst. Die erste Initiative gab es bereits 2012: In dem Jahr wurde ein Antrag in die Bezirksverordnetenversammlung eingereicht, ist aber von der Verkehrslenkung Berlin abgelehnt worden.

Über das Netzwerk „Schulwegsicherheit Köpenick Süd“:

Das Netzwerk „Schulwegsicherheit Köpenick Süd“ arbeitet daran, Wege sicherer zu machen und organisatorische Mittel zu finden. Zum Netzwerk gehören unter anderem die Leitungen des Montessori Campus Berlin Köpenick, der Wendenschloß-Grundschule, der Kita Pusteblume, des Kietz-Klub-Köpenick und der Schulausschussvorsitzende sowie Vertreter*innen aus Polizei, der BVV und des Bezirksamtes.