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Kohlrabi und Peking-Kohl: Kinder werden zu Gärtnern

Es ist ein heißer Tag, die Kinder spielen unter dem Wassersprinkler im Kita-Garten. Am Rande des Geländes sortiert Katharina bereits vorgezüchtete Pflanzen in Kisten ein und bringt sie zum Gemüsefeld. Als Katharina an den Kindern vorbeiläuft, schauen die Kinder interessiert und fragen: „Was machst du da?“. Nachdem klar wird, dass heute die zweite Ackerbepflanzung bevorsteht, laufen die ersten Kinder begeistert mit. „Was pflanzen wir da ein?“, fragt Ainhoa. „Das hier ist Kohlrabi und hier haben wir Peking-Kohl“, antwortet Katharina. Doch bevor es losgeht, muss erst einmal das Unkraut beseitigt werden. Neben Fenchel und Mais, die schon eine gute Größe erreicht haben, greifen die Kinder nach dem Unkraut und rupfen es samt Wurzel heraus. Gelegentlich vergewissern sich die Kinder, ob das, was sie da gerade greifen, auch wirklich Unkraut ist, und nicht doch der Fenchel.

Die Beetreihe ist bereit zum Bepflanzen. Fünf Kinder setzen sich nebeneinander an des Beet und graben jeweils ein kleines Loch für eine Pflanze. Durch die warmen Tage ist die Erde trocken. So fällt es schwer, die Löcher zu graben, ohne dass die Erde wieder hineinrieselt. Taylor bemerkt sofort, dass Wasser hier noch wichtig werden könnte und ruft euphorisch: „Ich hole Wasser!“ Nachdem die ersten Löcher fertig gegraben sind, kommt er mit einer kleinen Gießkanne zurück und beginnt die Löcher mit Wasser zu füllen. In zwei Löchern ist nun ausreichend Wasser, die Gießkanne aber schon alle. Das motiviert weitere Kinder Gießkannen mit Wasser zu füllen und Simon bei seiner Aufgabe zu unterstützen. 

Als alle Pflanzenlöcher mit Wasser gefüllt sind, reicht Katharina die Jungpflanzen. Jede einzelne wird von den Kindern behutsam genommen und in das jeweilige Loch gesetzt, die Wurzeln vorsichtig mit Erde bedeckt und nochmals gewässert. Einige Pflanzen lassen den Kopf schon etwas hängen und werden entsprechend besonders gepflegt und mit Erde stabilisiert. Am Ende sind alle stolz auf ihre Arbeit und freuen sich, darauf dabei zuzuschauen, wie sie irgendwann so groß werden, wie Kartoffeln, der Kopfsalat oder die Tomaten jetzt schon. Narjes fragt interessiert: „Wie groß werden Kohlrabi und Peking-Kohl denn?“. „Das werden wir beobachten.“, antwortet Katharina. Ganz besonders freuen sich die Kinder aber darauf, endlich davon zu kosten.

Möglich geworden ist der Acker durch das Bildungsprogramm GemüseAckerdemie, welche das Bildungshaus nicht nur mit Saat- und Pflanzgut versorgen, sondern auch die Erzieherinnen und Erzieher mit Fortbildungen und Info-Mails über das notwendige Wissen zur Bepflanzung, Pflege und Ernte informieren. Im April 2018 startete das Acker-Projekt im Bildungshaus. Einige Eltern haben zusammen mit dem Team des Bildungshauses den Garten umgegraben und den Acker angelegt. Anfangs unterstützten noch Mitarbeiter*innen der GemüseAckerdemie bei der Bepflanzung gemeinsam mit den Kindern. Inzwischen kümmern sich die Kinder schon fast eigenständig um die Pflanzen und gewinnen ein Bewusstsein darüber, wo Lebensmittel herkommen und wie sie angebaut werden. „Als wir die Kinder anfangs fragten, wo Tomaten herkommen, war Supermarkt eine oftgenannte Antwort.“, erinnert sich die Bildungshaus-Leiterin Laura Aguin.

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