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„Nutzt eure Chancen!“

Anlässlich des 14. Geburtstages der Freien Montessori Schule Berlin hatte der Förderverein der Schule am Mittwoch zu einer Feier eingeladen. Eltern und Wegbegleiter waren dieser Einladung gefolgt. Vier ehemalige Schüler berichteten von ihren Erfahrungen als Monte-Schüler im Leben. 

Bereits am Vormittag sorgten die traditionellen Nutella-Brötchen für große Freude, die es nur zum Schulgeburtstag gibt. Die Kinder und Jugendlichen beschenkten sich gegenseitig mit Poetry Slams, Spiel und Spaß – die Oberstufe die 7/8//9, die 7/8/9 die 4/5/6 und so weiter. Am Nachmittag gab es einen Markt der Möglichkeiten zu besichtigen: Hier präsentierten sich Vereine und potenzielle Praktikumsbetriebe. Schülerfirmen versorgten die Gäste mit Hot Dogs und selbstgemachten Tapas. Auch leckere Kuchen gab es – zugunsten der Schulkaninchen. Kai Lüftner sorgte für heitere Stimmung im Atrium als er eines seiner Bücher zum Leben erweckte. Für die Kleinen fand zeitgleich ein Puppentheater statt. Schülerbands gaben Kostproben. Bis in den Abend wurde geplaudert und gefeiert.

Auch vier Ehemalige waren auf Einladung des Fördervereins zurück in ihre alte Schule gekommen. Sie berichteten von dem Weg, den sie seither im Leben eingeschlagen haben und von ihrer Schulzeit an der Freien Montessori Schule Berlin. Alle vier blickten in einer von Timo Nadolny (von Schulleiter der 7-13) moderierten Talkshow zurück – und ein Stück voraus.

Machen, was man will und wollen, was man macht

„Hier konnte ich das lernen, was ich wirklich wollte“, erklärte Wolff, der 2016 sein Nichtschüler-Abitur erfolgreich bestanden hatte. Zwölf Jahre lang hatte er an der FMSB gelernt. Da er schon immer Auto- und Motorsport begeistert war, begann er nach dem Abitur eine Lehre als KFZ-Mechatroniker, stellte aber fest, dass ihm das zu langweilig ist, weil er einfach schon zu viel wusste. Nun studiert er Fahrzeugtechnik an der HTW. Wie ist er als Schüler mit dem Vorurteil umgegangen, an einer Montessori-Schule würde man nur machen, was man will und nichts lernen? „Ich habe den Leuten dann erstmal versucht zu erklären, wie das Lernen hier organisiert ist, dass man sich aussuchen kann, was man wann und wie lernt. Vor allem aber, dass man will, was man macht“, erklärte Wolff. „Das dauerte meist eine Weile. Am Ende habe ich dann einfach gesagt: Schau mich doch an, findest Du mich dumm? Und dann sehen sie, dass es funktioniert.“

Auch Lea, die die FMSB nach der 10. Klasse verlassen hatte, um ihre Fachhochschulreife zu machen, erklärte: „Ich bin sehr dankbar, dass ich hier lernen konnte.“ Sie konnte ihre eigenen Interessen kennenlernen und ausleben, sagt sie. Die Vorurteile hätten sie nicht gestört. Hingegen habe sie festgestellt, dass die Freiarbeit sie wunderbar auf das Studium vorbereitet hat. Lea studiert Soziale Arbeit. „Ja, Studium, das ist Freiarbeit 1:1“, pflichtete ihr Florian bei, der inzwischen Maschinenbau studiert. „Ich sehe oft Kommilitonen, die erstmal damit überfordert sind, sich selbst zu strukturieren.“ Florian hatte die FSMB nach der 12. Klasse verlassen und sein Abitur am Gymnasium abgelegt. „Am Gymnasium wussten die meisten nicht, warum sie Dinge machen. Sie tun sie einfach nur, weil sie das müssen. Das hat mich irritiert. An der Monte-Schule bin ich den Sachen möglichst lange aus dem Weg gegangen, die mich nicht interessiert haben. Doch alles, was ich gemacht habe, das tat ich, weil ich es wollte, aus vollem Herzen.“

Hört nicht auf, Fragen zu stellen!

„An dieser Schule könnt ihr alles verstehen, wenn ihr das möchtet“, ergänzte Tom Levi. Ihm sei besonders der menschliche Umgang in Erinnerung, das Arbeiten mit den Pädagogen auf Augenhöhe, das sich sehr von dem Von-oben-herab eines Gymnasiallehrers unterscheidet. „Nutzt die Gelegenheiten, die ihr hier habt, macht so viele coole Projekte wie möglich!“, forderte er die Schülerinnen und Schüler auf. „Das ist das, was wirklich hängen bleibt und euch im Leben trägt.“

„Die GPA ist etwas großartiges“, ergänzte Lea. „Ich wünsche euch, dass ihr sie als etwas betrachten könnt, das ihr machen dürft, nicht, das ihr machen müsst. Da könnt ihr euch ausprobieren!“ Wolff wies auf die Auslandskontakte hin: „Ich wünsche den 7/8/9ern, dass sie viel rauskommen aus Deutschland. Nutzt die Möglichkeiten des internationalen Klassenzimmers, mindestens einmal Jahr. Da nimmt man so viel mit“, sagte er den Jugendlichen.
„Hört nicht auf, Fragen zu stellen!“, rief Florian. „Bleibt neugierig, bleibt nervig! Wisst, was ihr wollt!“

Für alle vier ist klar: Wenn sie später Kinder haben, sollen die auch eine Montessori-Schule besuchen.