Newsblog

Bereit für die Zukunft – Freudbergschule startet Sekundarstufe 1

Pressemitteilung der Freudberg Gemeinschaftsschule vom 27.01.2017:

Bereit für die Zukunft – Freudbergschule startet Sekundarstufe 1

27.01.2017 – Ab September 2017 werden Heranwachsende ab Klasse 7 in Berlin-Wilmersdorf mit einem neuen Konzept aus Kernfächern, Konzeptwissen und forschendem Lernen auf das Leben in der zukünftigen Gesellschaft vorbereitet. Verantwortung und Persönlichkeitsentwicklung stehen ebenfalls auf dem Stundenplan.

Vergangenen Sommer eröffnete in Berlin-Wilmersdorf eine freie Schule, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, alle Kinder – unabhängig von ihrer Herkunft – zu Unternehmern des eigenen Lebens zu machen. An der Freudberg Gemeinschaftsschule werden Eigenverantwortung und Selbstbestimmung groß geschrieben. Hier lernen Kinder, ihre Stärken und Schwächen selbst einzuschätzen und damit umzugehen. Was mit einer Grundschulklasse begann, wird diesen Sommer auf die Oberschule ausgeweitet.

Der renommierte Berliner Pädagoge Jens Großpietsch hat gemeinsam mit Kollegen ein Konzept für die Sekundarstufe 1 entwickelt, das auf Kernfächern, Konzeptwissen und Forschendem Lernen basiert. „Man kann Grundschulpädagogik in der Pubertät nicht einfach linear fortsetzen“, erklärt Jens Großpietsch. „Dieses Alter ist ein Einschnitt im Leben der jungen Menschen, im Gehirn findet ein großer Umbau statt, der Auswirkungen auf das Verhalten, das Lernen und vor allem die Bedürfnisse hat.“

Kernfächer, Konzeptwissen und forschendes Lernen

Um diesen Veränderungen Rechnung zu tragen, ist das Lernen ab Klasse 7 anders strukturiert als die meisten Eltern es aus ihrer eigenen Schulzeit kennen. Inhaltlich setzt das Konzept auf Sicherheit in den Kernfächern. „Lesen, Rechtschreibung, Rechnen und Englisch vermitteln wir hier stabiler als an traditionellen Schulen“, erklärt Jens Großpietsch den interessierten Eltern und Kindern beim Tag der offenen Tür am 14. Januar 2017. „Diese Dinge sind unbedingt notwendig, damit kann und werde ich niemanden in Ruhe lassen“, fügt er hinzu. In Geschichte und Geographie hingegen sind die Schüler freier, sich Themen auszusuchen. Hier geht es anstelle des Auswendiglernens irgendwelcher Fakten um Konzeptwissen: Die jungen Menschen lernen, wie sie Wissen sammeln, aufbereiten und erklären können – und das in den jeweils fachspezifischen Herangehensweisen. „Diese Art des Lernens impliziert auch einen reflektierten Umgang mit neuen Medien“, erklärt der Pädagoge. Ein grundlegendes Konzept über den Einsatz von Medien ist in Arbeit. Beim  forschenden Lernen  können Themen von den SchülerInnen frei gewählt und intensiv erforscht werden, zum Beispiel in den Naturwissenschaften. Um diese Art des Lernens zu ermöglichen, gibt es keinen 45-Minuten-Takt, keine Schulklingel und keine Zeugnisse. Denn nicht die Bewertung von außen ist Maßstab für die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen, sondern ihr eigener Wille und ihre Bereitschaft etwas aus dem zu machen, was sie haben und können.

Persönlichkeitsentwicklung

„Es gibt bestimmte Grundqualifikationen, die Jugendliche heute haben müssen“, erklärt Jens Großpietsch. „Dazu gehört Anstrengungsbereitschaft, eine Flexibilität, die wesentlich höher ist, als es früher nötig war, die Bereitschaft, sich in Dinge einzuarbeiten und gewisse Umgangsformen.“ Und das lernen sie nicht durch Noten und die Wiedergabe vorgegebener Inhalte und Denkweisen. Dazu müssen sie ernst genommen werden und Verantwortung übernehmen – mit allen Konsequenzen. „Wenn mir ein Jugendlicher am Montag sagt, er möchte etwas zum Römischen Reich erarbeiten, wir eine Vereinbarung treffen und am Dienstag hat er keine Lust mehr darauf, dann muss ich auf seine Verantwortung verweisen“, erläutert Großpietsch. Konflikten mit Heranwachsenden geht man hier nicht aus dem Weg, diese gehören dazu. Sie sind notwendig auf dem Weg zum Erwachsenwerden und in eine selbstbestimmte Zukunft. 40 Jahre Erfahrung als Lehrer und Schulleiter und sein Herzenswunsch, Kinder gut auf das Leben vorzubereiten, stecken im Sekundarstufenkonzept der Freudbergschule. „So werden Jugendliche besser für die zukünftige Gesellschaft vorbereitet als an traditionellen Schulen“, da ist sich Jens Großpietsch sicher.

Eine Zusammenfassung des Konzepts kann auf der Internetseite unter www.freudbergschule.de eingesehen und heruntergeladen werden.

Weitere Informationen und viel Raum für Fragen gibt es bei den Info-Abenden zur Sekundarstufe 1. Die nächsten finden am 9. und am 16. Februar, jeweils um 18 Uhr in den Räumen der Freudberg Gemeinschaftsschule statt.

Bewerbungen von Schülerinnen und Schülern der Klasse 6 werden ab sofort entgegen genommen. Auch in der Sekundarstufe stehen Stipendien für Kinder aus einkommensschwächeren Haushalten zur Verfügung.