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„Wege zur Qualität“ – Montessori-Fachtagung auf der didacta 2017

Am Freitag, den 17. Februar 2017, lädt der Montessori Dachverband Deutschland zur Fachtagung im Rahmen der didacta Bildungsmesse 2017 in Stuttgart. In diesem Jahr steht die Qualitätssicherung im Mittelpunkt der Beiträge. Eine der Referentinnen ist Andrea Donath, die im Sommer 2016 die Leitung des Kinderhauses der Freien Montessori Schule Berlin übernahm. Die stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Montessori Gesellschaft spricht über Visionen und deren zielgerichtete Umsetzung.

Hier ist die Einladung vom Montessori Dachverband Deutschland e.V. (Quelle: www.montessori-deutschland.de/montessoritag2017.html):

„Die Montessori-Pädagogik ist anspruchsvoll und muss sich im Praxisalltag stetig bewähren. Dieser Qualitätsanspruch manifestiert sich in den Rahmenbedingungen, Prozessen und Weiterentwicklungsinstrumenten an Montessori-Kinderhäusern und -Schulen.

Anlässlich der Verabschiedung des Qualitätsrahmens des MDD für die Montessori-Praxis und -Ausbildung veranstalten wir gemeinsam mit dem Didacta Verband eine Fachtagung zur Qualitätsentwicklung mit hochkarätigen ReferentInnen und Podiumsdiskussion.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der didacta Bildungsmesse 2017 in Stuttgart statt, am 17.02.2017, 10.00 – 13.30 Uhr. Die Teilnahmegebühr beträgt € 10, zusätzlich zum didacta-Eintritt. Im Flyer finden Sie weitere Infos.

ANMELDUNG: https://www.eventmanager-online.com/de/event/mdd-fachtagung-wege-zur-qualitaet/if

Die Referate

Kollegiales Peer-Review statt Inspektionen und Vergleichstests

PISA, VerA & Co. –  der Erfolg von Schule wird gemessen an den Ergebnissen von Leistungstests und anderen standardisierte Verfahren. Statistische Kennwerte gelten als Ausweis pädagogischer Qualität. Mehr noch: Es wird gefordert, in den Schulen dürften nur noch Methoden zur Anwendung kommen, deren Effektivität in empirischen Studien „bewiesen“ worden sei. „Evidenzbasiert“ müsse Unterricht sein – wie Therapien und Medikamente in der Medizin.

Aber wie aussagekräftig sind Leistungstests? Und kann man aus Durchschnittswerten in Großstudien tatsächlich Entscheidungen im Einzelfall ableiten? „Zahlen sprechen nicht für sich“ ist die Botschaft des Vortrags. Als Alternative stellt Dr. Brügelmann Formen der Selbstevaluation vor, die die „Intelligenz der Praxis“ aktivieren wie wechselseitige Hospitationen und lernende Praxisgemeinschaften.

Qualitätsentwicklung im Kinderhaus: „Wer nicht weiß, wohin er will, darf sich nicht wundern, dort zu landen, wohin er in keinem Fall wollte.“

Qualität im Kinderhaus wird häufig einfach am Betreuungschlüssel festgemacht. Sicherlich ein Faktor, aber zur Etablierung und Weiterentwicklung einer stabilen pädagogischen Qualität gehören zielgerichtete Prozesse. Andrea Donath beschreibt in ihrem Vortrag, wie solche Prozesse aufgesetzt werden können und welche Hindernisse zu erwarten sind.

Qualitätsentwicklung an einer Montessori Schule – Sternstunden und Stolperfallen

In ihrem Vortrag legt Diana Dimitrov dar, wie sich aus einer Elterninitiative ein pädagogisches Zentrum entwickeln konnte, das inzwischen ein Kinderhaus, eine Grundschule, eine Mittel- und gymnasiale Oberstufe sowie den Träger für Montessori-Ausbildungskurse beherbergt. Dabei geht es im Wesentlichen darum, welche Impulse bei der Entwicklung zu einer über die Region hinaus nun bekannten und angesehenen Institution gegeben wurden und welche Prozesse dabei abgelaufen sind. Dabei zeigt sie auf, welche Schwierigkeiten überwunden werden mussten und welche Schritte zum Erfolg führten. Speziell nimmt sie die Qualitätssicherung und -entwicklung nicht nur aus Sicht ihrer Position als Verantwortliche für Qualitätsentwicklung in den Blick, sondern zeigt auch bestehende Entwicklungsaufgaben zur Stabilisierung und Professionalisierung der Institutionen in der deutschen Montessori-Landschaft auf.

Die ReferentInnen

Dr. Hans Brügelmann war von 1980 bis 2012 Professor in den Bereichen Grundschulpädagogik und -didaktik an den Universitäten Bremen und Siegen. Parallel hat er sich über viele Jahre hinweg im Grundschulverband engagiert, in dem er seit 2000 ehrenamtlich als Fachreferent für Qualitätsentwicklung mitarbeitet. Dabei hat er sich vor allem mit Fragen der Leistungsbeurteilung sowie mit den Leistungsstudien PISA, IGLU und VerA auseinandergesetzt. Zu dieser Thematik und dem Hattie-Hype ist im 2015 seine Streitschrift „Vermessene Schulen – standardisierte Schüler“ erschienen. Von 2008 bis 2012 war Dr. Brügelmann Sprecher des Verbunds der Reformschulen „Blick über den Zaun“, die seit über 25 Jahren kollegiales Peer-Review als Form der Selbstevaluation praktizieren.

Andrea Donath ist Leiterin des Kinderhauses der Freien Montessori Schule Berlin und Stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Montessori Gesellschaft e.V. Dort ist sie zuständig u.a. für die Dozenten-Akademie der ersten Entwicklungsstufe E1 und die Konzeptentwicklung des Montessori-Diplomkurses für Kinder der ersten Entwicklungsstufe (0–6 Jahre) – E1.

Diana Dimitrov ist Leiterin für Unterrichts- und Qualitätsentwicklung an der Montessori-Schule Hofheim und Mitglied des Schulleitungsteams. Die staatlich anerkannte Schule in freier Trägerschaft mit Grundschule, Mittel- und gymnasiale Oberstufe ist Teil eines Montessori-Zentrums, das auch ein Kinderhaus und Ausbildungszentrum für Montessori-Pädagogik beherbergt. In dieser Umgebung konnte Diana Dimitrov neben dem Fremdsprachenlernen innerhalb der Montessori-Pädagogik auch wichtige Erfahrungen sammeln bei der Vergabe von staatlichen Abschlüssen, beim Umgang mit lern-/körperbehinderten oder hochbegabten Kindern. Im Bereich der Erwachsenenbildung, beim Vermitteln des Montessori-Konzepts an Eltern sowie bei Fortbildungen, Workshops, Kongressen inner- und außerhalb des Zentrums hat sie ihr Wissen und ihre Erfahrungen an Montessori-Interessierte aber auch an staatlichen Institutionen im Rahmen einer Tätigkeit für das Hessische Kultusministerium weiter vermitteln können. Hier ein detaillierteres Profil.“